
FEES = Flexible endoskopische Evaluation des Schluckaktes
Neurologin und Leiterin der Stroke Unit OÄ Dr.in Eva Krisper-Stepan Logopädin Theresa Bitriol, MA haben FEES-Ausbildung absolviert
FEES ergänzt die klinische Schluckuntersuchung und Videokinematographie des Schluckakts – großer Vorteil: ist direkt am Patient*innenbett und somit auch auf der Intensivstation während Beatmung durchführbar
Wien, 9. April 2026 – Oft ist eine fundierte Beurteilung des Schluckaktes von Patient*innen die Voraussetzung für die Therapiezielsetzung, sei es auf der Neurologie nach Schlaganfällen, auf der Intensivstation bei intubierten Patient*innen oder auf der Akutgeriatrie. Ohne ein Schluckuntersuchungsgerät und ohne ausgebildete Fachkraft für eine Flexible Endoskopische Evaluation des Schluckaktes (FEES) war man dabei auf die klinische Untersuchung und die Videokinematographie des Schluckaktes in der Radiologie angewiesen. Die Videokinematographie ist ein etabliertes diagnostisches Verfahren, dessen Einsatz an bestimmte Voraussetzungen wie dem Allgemeinzustand der Patient*innen und an die Fähigkeit „auf Kommando“ schlucken zu können, gebunden ist. Die FEES kann hingegen flexibel, auch am Patient*innenbett, durchgeführt werden und ermöglicht insbesondere die Beurteilung von Sekretmanagement und Speichelaspiration.
Standardmäßige FEES sinnvoll
Neurologin und Leiterin der Stroke Unit OÄ Dr.in Eva Krisper-Stepan und Logopädin Theresa Bitriol, MA sind seit März geschult, FEES durchzuführen. Großer Vorteil: Die Untersuchung kann im Sitzen und im Bett liegend gemacht werden. „Die Durchführung einer FEES ist standardmäßig sinnvoll, um sicherzugehen, dass Speichel und Nahrung in die Speiseröhre abgeschluckt werden kann“, erklärt Neurologin Eva Krisper-Stepan. Gerade auf der Intensivstation, wenn intubierte Patient*innen lange nicht schlucken, wird die Muskulatur schwach und muss gezielt durch logopädisches Training – so früh wie möglich – wieder gestärkt werden. „FEES ist wichtig für die Planung der Weiterbehandlung einer Schluckstörung“, versichert Logopädin Theresa Bitriol und ergänzt: „Sicheres Schlucken ohne Gefahr einer Aspirationspneumonie (einer Lungenentzündung durch in die Lunge gelangter Speisen) muss gewährleistet sein.“
Auch bei der künstlichen Beatmung lässt sich mittels FEES frühzeitig erkennen ob Anpassungen notwendig sind, damit das Schlucken sicher ist.
Anpassung der Untersuchung an Gesundheitszustand
Ist die*/der* Betroffene bei Bewusstsein und kann aufrecht sitzen, so ist eine umfassende FEES möglich: „Die*/der* Patient*in bekommt Flüssigkeiten in unterschiedlicher Konsistenz wie auch Brot zum Schlucken. Man sieht am Bildschirm die Schluckbewegung und kann Störungen des Schluckapparats sofort diagnostisch einordnen“, erklärt Bitriol. Im Mittelpunkt der darauffolgenden logopädischen Therapie steht das Training des Schluckablaufs beim Essen oder Trinken. Das erfolgt im Göttlicher Heiland Krankenhaus durch Training und professionelle Logopädie. Für eine Elektrotherapie der Schluckmuskulatur ist ein spezielles Elektrostimulationsgerät nötig, das mittelfristig angeschafft werden soll.
Insgesamt werden im Göttlicher Heiland Krankenhaus Schluckstörungen im Rahmen von Demenz, Parkinson, ALS, Muskelerkrankungen, Erkrankungen des Zentralnervensystems sowie während Aufenthalten auf der Intensivstation oder nach starkem Abbau der Muskulatur oder aufgrund onkologischer Krankheitsbilder behandelt.
Foto: Logopädin Theresa Bitriol, MA und Neurologin und Leiterin Stroke Unit Dr.in Eva Krisper-Stepan mit Patient*in bei der FEES-Untersuchung - © Göttlicher Heiland Krankenhaus / Alek Kawka